Die Presse über den TSVEK

Eine Auswahl interessanter Beiträge der letzen Zeit.

21.04.21 Haushaltsdebatte

Dachauer SZ vom 21. April 2021    Bericht im Internet   von Christiane Bracht, Karlsfeld

Weniger Geld für Sport und Kultur

Weil Karlsfeld um einen genehmigungsfähigen Haushalt ringt, fallen die Fördergelder für Vereine in diesem Jahr geringer aus. Einige Gemeinderäte sorgen sich deshalb, Karlsfeld könnte zur "Schlafstadt" verkommen.

Das Sportgelände des TSV Eintracht Karlsfeld bei München. Der Verein hat in der Pandemie Mitglieder verloren.
Weil Karlsfeld um einen genehmigungsfähigen Haushalt ringt, fallen die Fördergelder für Vereine in diesem Jahr geringer aus. Einige Gemeinderäte sorgen sich deshalb, Karlsfeld könnte zur "Schlafstadt" verkommen

 Schon seit gut zwei Monaten ringen die Parteien mit sich, es ist eine schwierige Entscheidung. Vereinszuschüsse kürzen, das tut keiner gern. Doch die Finanzlage der Gemeinde Karlsfeld zwingt die Kommunalpolitiker dazu. In der Kasse fehlen vier Millionen Euro nur um die laufenden Kosten zu decken - an Investitionen ist da erst gar nicht zu denken. "Vereinszuschüsse sind freiwillige Leistungen", mahnt Beate Full (SPD). Schon zwei Mal hatten die Karlsfelder Politiker in Sitzungen darüber kontrovers diskutiert und am Ende die Entscheidung doch verschoben. Auch am Dienstag wollte Venera Sansone (SPD) das Thema am liebsten noch einmal vertagen, denn der Gemeinderat will am Donnerstag über eine Strategie zur Haushaltsplanung beraten. Diese hätte sie gerne als Hintergrund für eine Entscheidung abgewartet, erklärt sie. Doch der Hauptausschuss lehnte ihren Antrag ab.
Der Ausgabeposten war verhältnismäßig klein: 26 000 Euro hatten die Vereine für 2021 beantragt - ohnehin schon eine deutlich kleinere Summe als in den Jahren zuvor. Manche, wie etwa der Bund Naturschutz oder der Sozialverband VdK verzichteten ganz, andere wie der TSV Eintracht Karlsfeld überlegten, wo man sparen kann und reduzierten ihre Forderung. "Es hat sich offenbar schon rumgesprochen, dass wir uns schwertun", sagte Finanzreferent Stefan Theil (CSU) anerkennend.

Vor zwei Monaten hatte die CSU noch für eine Reduzierung der Zuschüsse um 20 Prozent plädiert. Am Dienstag wollte man nur noch zehn Prozent bei allen kürzen. "Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein", bemerkte Heike Miebach (Grüne). Natürlich könnte man angesichts dessen die Zuschüsse unangetastet lassen, aber die Karlsfelder wollten "ein Zeichen setzen". Alles was gehe, werde gestrichen, da solle auch hier reduziert werden, meinte Theil.

Miebach tat sich schwer zu beurteilen, wie wichtig das Geld für die einzelnen Vereine ist - der Antrag der Grünen, dies zu erfragen, ist bereits im März von der Mehrheit abgelehnt worden. Sie überlegte kurz, eine Unterscheidung zwischen karitativen und anderen Vereinen zu treffen und verwarf es wieder. Rüdiger Meyer (CSU), der zugleich auch Präsident des TSV Eintracht Karlsfeld ist, warnte davor: "Das ist eine Watschn ins Gesicht der Ehrenamtlichen." Allein im TSV habe man 500 freiwillige Helfer, die riesige Beiträge für die Zivilgesellschaft leisteten, es wäre fatal für ein Symbol, ihnen kein Geld mehr zu geben. Und wenn die Vereine ihre Beiträge erhöhen müssten, nur um überleben zu können, das wäre für viele das Ende, so Meyer. "Ich sehe die Austrittswelle schon vor mir. Man sollte das Engagement und Kulturleben nicht von Corona kaputtmachen lassen", appellierte er an seine Kollegen. Sein Verein habe nur noch 3000 Mitglieder, statt 4000. "Wir sollten lieber zeigen, dass wir da sind und die Vereine unterstützen", sagte er. Stefan Handl warnte davor, Karlsfeld zur Schlafstadt zu machen. Die Kultur mache Karlsfeld lebenswert. Auch Anton Flügel (FW) sprach sich dagegen aus, die Vereine "am langen Arm verhungern zu lassen".

Einzig die SPD zeigte Kante: "Die Vereine sind wichtig und wir schätzen das ehrenamtliche Engagement", sagte Beate Full. "Aber freiwillige Leistungen können wir uns in unserer Lage eigentlich nicht mehr leisten." Bislang habe man nur Kleinbeträge im Rahmen der Haushaltsberatungen gespart, vor allem aber vieles auf das nächste Jahr verschoben. Selbst wenn sie es gerne tun würde, so könne sie schon aus systematischen Gründen nicht zustimmen. Mit Corona habe das Dilemma nichts zu tun, bemerkte Full. Auch im Jahr davor habe man die Schulden schon nicht zahlen können und damals sei man noch von Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von neun Millionen Euro ausgegangen. Inzwischen rechnet man nur noch mit sechs Millionen.
Der TSV bekam bisher immer eine Finanzspritze im hohen fünfstelligen Bereich für Heizkosten, Strom und Ähnliches. "Es wäre unredlich dieselbe Summe zu verlangen", sagte Meyer. Seit kein Sport mehr stattfinde, brauche man kaum Wasser und keine Beleuchtung, auch heizen müsse man nur, damit die Wände nicht feucht werden. Die Eintrittsgelder für das Hallenbad seien ebenfalls überflüssig, nachdem es zu habe. Als man den Antrag gestellt habe, sei man in der naiven Meinung gewesen, dass der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden könne, erklärte Meyer die Höhe des Antrags von ursprünglich 170 000 Euro. Nun will der Sportverein nur noch 140 000 Euro.

Die übrigen Vereine müssen nun auf etwa zehn Prozent verzichten. Adrian Heim (Bündnis) plädierte zunächst dafür, wenigstens die Dirigentengehälter, etwa beim Symphonieorchester in voller Höhe auszuzahlen. Die Künstler müssten schon genug unter Corona leiden. Manche drohten sogar aus der Sozialkasse herauszufallen. Doch die deutliche Mehrheit wollte darauf keine Rücksicht nehmen.

27.01.21 Jumpagnes-Jubiläum

Merkur vom 27. Januar 2021  Bericht im Internet  von tol/dn

45 Jahre Karlsfelder Jumpagnes: Showtanz im Wohnzimmer

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr mussten die Tänzer eine Zwangspause einlegen

45 Jahre – nicht gerade das Jubiläum aller Jubiläen, aber doch ein Grund zum Feiern. Also freuten sich die Jumpagnes auf das Jahr 2020. Die aus der Jazztanzgruppe hervorgegangene Showtanzgruppe des TSV Eintracht Karlsfeld wollte erst Fasching und dann ihr 45-jähriges Bestehen feiern. Der wie immer seit 2013 in Eigenregie veranstaltete große Faschingsball fand noch statt, unter dem Motto „Superheld trifft Comicstar“ tummelten sich Hunderte in tollen Kostümen im Bürgerhaus.

Karlsfeld - Doch dann war Schluss – Corona. Kein Hallentraining mehr, keine Auftritte. Den Tänzerinnen blieb nichts anderes übrig, als das Training ins Internet und damit sozusagen ins Wohnzimmer zu verlegen. Als der erste Lockdown vorüber war, konnte Trainerin Ulrike Koske ihre Riege wieder zusammenrufen. Schließlich wollte man die Faschingssaison 2021 vorbereiten.

Dann kam Lockdown Nummer zwei. Die Jumpagnes kehrten zurück zum Online-Training. Den Fasching, und damit natürlich auch den eigenen Ball im Bürgerhaus, konnten sie allerdings streichen. „Uns war schon im August klar, dass das knapp werden könnte“, verrät die Trainerin. Dennoch bleiben sie und die Aktiven eisern: Jeden Dienstag findet der Online-Treff statt. „Dann wird zwei Stunden lang trainiert“, berichtet Uli Koske. Sie räumt allerdings ein, dass es mitunter schwerfällt, die Motivation aufrecht zu erhalten.

Unter dem Namen „Jumpagnes“ tritt die Gruppe erst seit 2006 auf. Die Geschichte reicht jedoch viel weiter zurück. 1975 wurde im TSV Eintracht die erste Jazztanzgruppe gegründet, auch Männer waren damals dabei. Fünf Jahre später folgte unter der Leitung von Gisela Bartmann die Gründung der Sparte Jazztanz, es gab bald erste öffentliche Auftritte. Und das mitunter vor großem Publikum. So trat die Karlsfelder Gruppe 1981 in der Rudi-Sedlmayer-Halle auf.

Die Tanzgruppe zeigt sich in den folgenden Jahren und Jahrzehnten immer häufiger, tritt auch im Ausland auf, in Spanien, Frankreich, Weißrussland und sogar Israel und Südafrika.

1987 kommt es zu einer besonderen Reise: Auf Einladung von Bundespräsident Richard von Weizsäcker fährt eine fünfköpfige Gruppe nach Bonn zur Veranstaltung „Jugend im Parlament“. Hintergrund: Auf Initiative von Gisela Bartmann können inhaftierte Mädchen aus der Justizvollzugsanstalt Aichach mit der Tanzgruppe trainieren. Diese besondere Art sozialen Engagements wird belohnt.

1990 übernimmt Ulrike Koske das Training – und leitet es bis heute. Im Fasching sind die TSV-Tänzerinnen stets besonders gefragt, aber es gibt auch Auftritte zu anderen Anlässen; zum Beispiel anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Landessportverbands auf dem Münchner Marienplatz 1997 und gleich mehrfach beim Deutschen Turnfest.

Die Jumpagnes standen und stehen für tolle Tänze in tollen Kostümen und tollen Programmen mit Titeln wie „Anneliese im Voodoo-Land“, „Marsmännchen“, „Im Reich der Morgensonne“ und „Im Himmel ist die Hölle los“. 2020 hieß es wie gesagt „Superheld trifft Comicstar“. Aber nach der Zwangspause 2021 wollen sie spätestens 2022 wiederkommen, die Showtänzerinnen des TSV. Ulrike Koske: „Wir sind guten Mutes!“ 

06.01.21 Neue Sportgaststätte

Dachauer SZ vom 6. Januar 2021  Bericht im Internet  von Christiane Bracht, Karlsfeld

Eine sportliche Aufgabe

Rüdiger Meyer darf als CSU-Gemeinderat mitentscheiden über alle zukünftigen Bauprojekte - auch über ein neues Vereinsheim. Einen Plan für das neue Vereinsheim des TSV Karlsfeld gibt es schon. Ob im Gemeindehaushalt 2021 jedoch Geld dafür übrig sein wird, ist fraglich

2021 werden die Weichen für die Zukunft des TSV Eintracht Karlsfeld gestellt: Der Verein träumt schon lange von einem neuen Vereinsheim mit großem Versammlungsraum und gemütlicher Gaststätte. Vor zwei Jahren keimte bereits Hoffnung auf, als der Gemeinderat einen Planer engagierte. Jetzt hat dieser seine Entwürfe offengelegt. Präsident Rüdiger Meyer ist begeistert - zumindest von einer Variante. Allerdings sind die Kosten hoch: Mit 3,5 Millionen Euro soll der Neubau zu Buche schlagen, so der Münchner Architekt Nicolas Neumann, und rechnet man Straßenverlegung, neuen Parkplatz und alles andere dazu, werden es wohl um die 6,7 Millionen Euro werden. Eine extrem hohe Summe für eine klamme Gemeinde.

Bei den Haushaltsberatungen, die noch im Januar beginnen werden, will man darüber diskutieren. "Es ist wohl eher ein Ausblick für die nächsten sieben bis zehn Jahre", sagt Meyer, wohlwissend dass noch weitere große Bauprojekte anstehen. So zum Beispiel die Sanierung des Hallenbads, die netto 9,2 Millionen Euro kosten soll, brutto vermutlich um die elf Millionen. Auch das ist eine Baustelle, die den Verein tangiert.

Noch ist nicht entschieden, ob man das Bad nicht vielleicht schließen muss, weil die Gemeinde es nicht finanzieren kann. "Das wäre eine Katastrophe - die schlechteste Entscheidung für Karlsfeld", sagt Meyer, der als CSU-Gemeinderat wird mitstimmen dürfen. Dabei geht es ihm nicht nur um die Kinder, die auch in Zukunft noch Schwimmen lernen sollen: Ihm liegen auch die Sportler am Herzen, allen voran die aus der Schwimmabteilung seines Vereins, aber auch die Triathleten, die dann nicht mehr trainieren könnten. Doch selbst wenn das Bad für viel Geld renoviert werden würde, säßen die Sportler während der zweijährigen Bauzeit auf dem Trockenen - zumindest nach jetzigem Stand. "Ein Problem, das wir noch nicht durchdacht haben", sagt Meyer. Dies zu lösen, wird wohl seine Aufgabe sein in 2021. Doch schon jetzt ist der Präsident sicher, dass es zu "Veränderungen im Verein führen wird" und das treibt ihm Sorgenfalten auf die Stirn, nicht zuletzt wegen der coronabedingt ohnehin schon hohen Austrittszahlen im vergangenen Jahr. 700 Mitglieder haben dem Verein den Rücken gekehrt.


In der Präsidiumssitzung am 12. Januar wird es also um die Frage gehen: Wie kann man Schwimmer und Triathleten trotz der ungünstigen Situation im Verein halten? Wo wird man ihnen Trainingsmöglichkeiten bieten können? "Das Dachauer Bad ist bereits voll", weiß Meyer. Und wieder ist der Präsident ein Krisenmanager - auch wenn es diesmal nicht um Corona geht.

Den TSV für die Zukunft rüsten, das heißt für Meyer natürlich auch, trotz schlechter Vorzeichen die Planungen auf dem Gelände des Sportparks voranzutreiben. Maximal sieben Jahre werde das alte Vereinsheim, das die Sportler 1967 in ihrer Freizeit errichtet hatten und in das es nun an allen Ecken und Enden zugig und kalt hineingeht, halten, schätzt Meyer. "Dann werden wir uns darüber unterhalten müssen, ob es sich noch lohnt, Geld da hineinzustecken." Deshalb liegt ihm viel daran, die vom Präsidium favorisierte Lösung in einen Bebauungsplan zu gießen, damit sie irgendwann - am liebsten natürlich möglichst bald - realisiert werden kann. Es soll nicht wieder gehen, wie Anfang der 2000er Jahre als das Landratsamt eine Ausnahmegenehmigung gab, die nach einiger Zeit auslief, weil die Gemeinde den Bau wegen Geldknappheit nicht in Angriff nehmen konnte. Irgendwann mussten die Bautafeln wieder abgebaut werden. Das war ein schmerzlicher Schritt für den Verein.

Wenn es nach den Karlsfelder Sportfunktionären geht, soll das Vereinsheim einmal das Zentrum des Sportparks werden. Von allen Seiten gut erreichbar, Versammlungen aller Abteilungen, an denen 180 Personen teilnehmen können. Dafür müsste die Jahnstraße verlegt werden. Statt der relativ geradlinigen Streckenführung, wie sie jetzt ist, sieht Planer Nicolas Neumann eine große Schleife vor, eine Verschwenkung, die mehr Raum für das Vereinsheim lässt, aber auch dafür sorgt, dass die Autos, die dort vorbeifahren, abbremsen müssen. Und um möglichst viel Verkehr vom Sportpark fernzuhalten, schlägt der Architekt einen Parkplatz zwischen alter Münchner Straße und der Halle vor. Auf diese Weise würden nur noch Gäste des dahinterliegenden Jugendhauses die Jahnstraße nutzen und im Sommer Badegäste. "Es wäre eine Aufwertung des Sportparks und auch des Georg-Froschmeyer-Platzes. Für Fußgänger ein echtes Erlebnis", schwärmt Meyer. Man hätte auch keine rückwärts rangierenden Mannschaftsbusse mehr. Das erhöhe die Sicherheit.

Das Vereinsheim selbst soll nach dieser Planung quadratisch und zweistöckig werden, vielleicht einen kleinen Regieraum bekommen. Das wünscht sich das Präsidium schon lange. "Andere Varianten würden wir nicht befürworten. Dann warten wir lieber ab", sagt Meyer. Es solle schließlich eine Lösung für die Zukunft sein.

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