Kombinierte Bus- und Schifffahrt zum Chiemsee am 09.09.2017

Wiederum eine kombinierte Bus- und Schifffahrt, diesmal ins herrliche bayerische Voralpenland.

Auf dem Programm stand die Busfahrt nach Prien am Chiemsee, die Schifffahrt hin und zurück zur Herreninsel, Besuch mit Führung des Königsschlosses, Mittagspause auf der Ratzinger Höhe mit anschließendem Besuch des Bauernhausmuseums in Amerang.

Trotz widriger Wettervorhersage für den Nachmittag des 09. September, machten sich gut aufgelegte 50 Mitglieder der Gruppe TSV Ü55aktiv + RL pünktlich auf den Weg zum Chiemsee. Mehrere Großbaustellen auf der Autobahn bereiteten keine Probleme. Es folgte die kurze Fahrt zur Anlegestelle der Herreninsel.

Von dort machte sich der Großteil der Gruppe zu Fuß auf den ca. 20 minütigen Weg zum Schloss. Der kleinere Teil bevorzugte die Fahrt mit einer 2-spännigen Kutsche dorthin. Die Fußgruppe musste einen Mischwald durchqueren, in dem dicke, große Bäume mit metergroßen Flachwurzeln entwurzelt herumlagen. Welche Naturkräfte waren wohl hier am Werk? Für die angemeldete Führung wurden wir schon erwartet. Durchs Vestibül kamen wir als erstes in das Prunktreppenhaus. Hier bekamen wir von dem Führer eine Menge Informationen zur Geschichte und dem Bau des Schlosses. Auszugsweise an dieser Stelle ein paar davon: Ludwig II. war ein grenzenloser Verehrer des „Sonnenkönigs“ Ludwig des XIV.  Sein Schloss sollte daher ein Abbild des Schlosses von Versailles werden aber z.T. größer und prunkvoller. Im Jahre 1878 wurde mit dem Bau begonnen. Als der selbsternannte „Mondkönig“, als Pendant zum Sonnenkönig, im Jahre 1886 starb war der Bau unvollendet und hatte bis dahin 16 Millionen Goldmark gekostet. Ein heutiger Gegenwert lässt sich daraus aber nicht ableitet, da z.T. unschätzbare Werte geschaffen wurden. Zwischenzeitlich musste der Bau mal aus Geldmangel eingestellt werden.

Vom Treppenhaus gelangten wir durch den Hartschiersaal (Hartschiere: Leibwache der bayerischen Könige) ins erste, und weiter ins zweite Vorzimmer. Es folgte das von Ludwig II. nie! benutzte Paradeschlafzimmer, das ihm am 18.September 1881 übergeben wurde. Es war größer und prunkvoller als das Gegenstück in Versailles. Genial die Planungen für Ausgestaltung und Einrichtung der Räume und die unbeschreiblichen Fähigkeiten aller eingesetzten Handwerker das auch zu realisieren. Ein Höhepunkt sicher die von 1879 – 1881 erbaute Galerie mit der mittig angeordneten Spiegelgalerie, mit 98 m Länge länger als das Versailler Vorbild und den Eckräumen Friedenssaal und Kriegssaal umfasst sie die ganze Gartenfront des Schlosses. In der Spiegelgalerie sind in den Kronleuchtern und Ständern insgesamt 2200 Kerzen verbaut. Um sie zu entflammen brauchten 30 Bedienstete eine halbe Stunde.

Im blauen Salon wird man Opfer einer optischen Täuschung, da durch die Anordnung von Spiegeln eine unendliche Folge von Räumen vorgetäuscht wird. Als „Kuriosum“ kann man den versenkbaren Tisch im Speisezimmer betrachten. Gedeckt wurde er eine Etage tiefer, wieder hochgezogen, und der König konnte ohne Bedienung speisen. Kuriosum deshalb, weil es werder im Schloss noch auf der Insel eine Küche gab. Im anschließenden Porzellankabinett hängt ein 500 Kg schwerer Leuchter aus der Porzellanmanufaktur Meißen. Wert: unschätzbar! Das nördliche Treppenhaus präsentiert sich dem Besucher im Rohbau. Es wurde nach dem Tode des Königs nicht mehr ausgestattet. Das Bad ist mit einer Badewanne die ein Fassungsvermögen von 60! m3 ausgestattet, und hat eine Treppe die ins Ankleidezimmer führt. Hier endet ein Rundgang der hinsichtlich des gesehenen Prunks und der Reichtümer auch nachdenklich stimmt, wenn man bedenkt welche Opfer der Bevölkerung abverlangt wurden, um ein solches Bauvorhaben zu realisieren.

Teils wieder zu Fuß oder per Kutsche zurück zur Anlegestelle, bei unruhigem Wasser, einige Segelboote kamen dem Schiff gefährlich nahe, mit dem Schiff nach Prien (kurz an Land wurde für den See Sturmwarnung ausgelöst) und Weiterfahrt mit dem Bus zur wohlverdienten Mittagspause im Berggasthof Weingarten auf der Ratzinger Höhe 694 m hoch unweit von Rimsting. Das vorbestellte Essen konnte auf der Terrasse eingenommen werden, von der aus man einen fantastischen Ausblick auf den See, der immerhin 180 m tiefer liegt, und das Voralpenland mit den Chiemgauer Alpen im Hintergrund, hatte; zeitweise sogar mit Unterstützung der Sonne. 

Gestärkt ging es dann ca. 20 Km weiter zum Bauernhausmuseum nach Amerang. An der Kasse konnte sich jeder auf Wunsch kostenlos einen Audio-Guide ausleihen, auf dem zu jedem Gebäude detaillierte Informationen abgerufen werden konnten. Zu Beginn des Rundganges, den jeder für sich selber ausmachen konnte, kamen wir am 1847 erbauten Stadl Kirchweihdach vorbei. Früher waren darin untergebracht der Schweinestall, die Krautkammer und die Werkstatt. Heute befindet sich darin das Museumsstüberl. Auf der Rückseite mit seinem Biergarten wurden wir durch herzliche Willkommensgrüße auf einer Schiefertafel liebevoll von der Wirtin begrüßt. Beim anschließenden Rundgang durch die Ansammlung von jahrhunderte alten, ausschließlich nach den Bedürfnissen der Bewohner konzipierten und eingerichteten Bauernhöfen, Stadln und Nebengebäuden, wurde einem bewusst, dass es sich um eine völlig andere Welt zu dem heute Morgen gesehenen handelt.

Die bauliche Substanz der z.T. aus dem 16. Jahrhundert stammenden Exponate war einfach nur beeindruckend, wenn man sich vor Augen führt, welche technischen Hilfsmittel zur damaligen Zeit verfügbar waren. Auch bei den Nebengebäuden wie Schmiede, Seilerei, dem Bienenhaus, der Bäckerei und sogar einer Brauerei wurde maximale Priorität auf die Funktionalität gelegt. Neben der Ausstattung für die Wohnbereiche in den Gebäuden wurden vor allem Einrichtungsgegenstände und Arbeitsgeräte, wie z.B. Möbel, Kleider und Wäsche, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte sowie nicht zuletzt auch Gegenstände der Volksfrömmigkeit gesammelt und ausgestellt. Auf dem Gelände sind darüber hinaus als beeindruckende Zeugnisse für die Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur zahlreiche Kulturlandschaften zu sehen. Seit dem 1. Januar 1982 wird das Museum als Zweigstelle des Freilichtmuseums Glenleiten geführt.

Nach dem Rundgang trafen wir uns dann noch zu einem abschließenden gemütlichen Beisammensein im Biergarten, wo wir in historischem Rahmen mit Köstlichkeiten versorgt wurden. Weil es allmählich frisch wurde, machten wir uns gegen 17:00 Uhr auf den Heimweg, wo wir dann wohlbehalten gegen 18:30 Uhr ankamen. Die ersten Regentropfen kurz vor Karlsfeld konnten aber der guten Laune nach einem schönen Tag keinen Abbruch mehr tun.

B. Fiegenschuh, Seniorenvertreter der Abteilung Tennis

Bilder: Fahrt über die A8 - Schifffahrt nach Herrrenchiemsee - Besichtigung Schloss und Anlage -
Mittagessen auf der Ratzinger Höhe - Besichtigung des Bauernhaus-Museums in Amerang

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