Grafrath 91Mit Spannung hatten wir, in den düsteren Tagen vor dem Ausflug, die Wetterentwicklung verfolgt und konnten unser Glück kaum fassen, dass wir einen strahlend schönen Tag für unsere Fahrt nach Grafrath erwischt hatten. Leider mussten etliche Teilnehmer krankheitsbedingt absagen und konnten nicht teilnehmen.

Unsere Ankunft in Grafrath erfolgte pünktlichst, so dass wir genau um 10:00 Uhr von der Leiterin des Walderlebniszentrums, Christina Schmitt, begrüßt werden konnten. Wir erhielten von ihr eine Führung durch den von ihr betreuten Wald, die überaus informativ war, viele überraschende neue Details bot und alle Teilnehmer zwei Stunden lang aufmerksam zuhören ließ. Wir wissen nun unter anderem, dass es eine Lindenblättrige Birke gibt, die in Japan beheimatet ist und sich auch in Grafrath wohl fühlt.

Die Vielzahl der Infos konnten natürlich nicht von allen gleich vollständig in den eigenen Wissensstand übernommen werden, können aber zu weiterer Beschäftigung mit dem Thema Waldentwicklung anregen und evtl. auch zu einem weiteren Besuch im Walderlebniszentrum führen. Udo Hattwig bedankte sich bei Frau Schmitt für die tollen zwei Stunden.

Beim abschleßenden Mittagessen in der Gaststätte Dampfschiff  bedankte sich Peter Nöbauer, der scheidende Seniorenbeauftragte des Vereins, im Namen aller Teilnehmer, für die Organisation des Ausflugs bei Udo und Helgrit Hattwig.

Der Waldbereich ist zu den vorgegebenen Öffnungszeiten frei zugänglich und kann auch auf eigene Faust durchwandert werden.



Öffnungszeiten: Vom 1. März bis 31. Oktober täglich, auch an Sonn- und Feiertagen, von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr - in der restlichen Zeit werden Pflegemaßnahmen durchgeführt. Viele Infos zum Walderlebniszentrum Grafrath, das besonders davon profitiert, dass es mit der S-Bahn sehr komfortabel erreichbar ist, gibt es unter diesem Link.

Geschichtliches zum Walderlebniszentrum Grafrath (Quelle: Homepage des StMELF)

1881 wurde Prof. Dr. Robert Hartig, Vorstand der botanischen Abteilung der Königlich Bayerischen Forstlichen Versuchsanstalt, mit der Leitung der Exoten-Anbauversuche in Bayern beauftragt. Er konnte neben einer ganzen Anzahl kleiner Versuchsanbauten im Lande auch auf eine Fläche von 8 ha zurückgreifen, die der Leiter des Reviers Grafrath, der Vater von Prof. Heinrich Mayr, mit verschiedenen ausländischen Baumarten (Douglasie, Strobe, Japanische Lärche, Roteiche), meist in Einzelmischung, bestockt hatte.

Nach seiner ersten Reise nach Nordamerika, entwarf Mayr 1887 aufgrund eigener, im Ausland gesammelter Erfahrungen, einen Aufforstungsplan für Anbauversuche in Grafrath, der zum kleinbestandsweisen Anbau führte. 1895 ging die Leitung der Anbauversuche offiziell in MAYRs Hände über, 1897 erfolgte eine Erweiterung des Geländes auf 10 ha.

Eine erste Zusammenstellung von Hartig 1892 über die Anbauversuche nennt 42 verschiedene Baumarten, fünf Jahre später sind es bereits 57 Baumarten, davon 20 Laubbaumarten. Nach dem plötzlichen Tod von Mayr im Jahr 1911 übernahm Prof. Dr. Ludwig Fabricius (Lehrstuhl für forstliche Produktionslehre und Institut für Waldbau und Forstbenutzung der Universität München) die Leitung des Versuchsgartens.

Zwischen 1911 und 1930 fanden Flächenerweiterungen auf 34 ha und damit bis zur heutigen Größe des Versuchsgartens statt. Unter der Leitung von Prof. E. Rohmeder wurde der Schwerpunkt der Arbeiten im Forstlichen Versuchsgarten über die Betreuung der Kleinbestände exotischer Baumarten hinaus auf Aufgaben der Forstpflanzenzüchtung und Immissionsforschung verlagert.

Entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung des Gartens hatte ein Orkan, der am 26. Juli 1946 im Exotengelände zwei Drittel des Holzvorrates zu Boden warf. Neben mehreren in Deutschland einmaligen Baumarten wurden die massenreichen, älteren Douglasien- und Strobenbestände fast völlig vernichtet

Aufbauend auf bisherigen Erkenntnissen und orientiert am Zustand des Waldes, wurden in den Jahren 1970 - 1980 mehrere Versuchsprogramme angelegt, um die Resistenz von Waldbäumen gegen Umwelteinflüsse zu erforschen.

Zukünftig sollen im Garten zwar auch neue fremdländische Baumarten gepflanzt werden, aber der Schwerpunkt verschiebt sich immer mehr in Richtung Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik. Gerade die atemberaubende Artenvielfalt und die Mächtigkeit mancher Baumarten bieten den Besuchern des Gartens ein einmaliges Erlebnis.

Das neue Hauptgebäude wurde Ende März 2023 feierlich eingeweiht. In dem Bau, der einer Astgabel nachempfunden ist, gibt es ein Foyer, als Basis beider „Äste“. Im „dickeren Ast“ befindet sich der Veranstaltungsraum, in dem bis zu 100 Personen Platz finden. Im „dünnen Ast“ sind die Büros der Mitarbeiter, Lagerräume und Toiletten sowie die Technik untergebracht. Der Großteil der beiden „Äste“ steht auf Stützen, da das Gelände leicht abfällt. Damit erinnert der Bau an ein Bootshaus bzw. an einen Pfahlbau. Zwischen den Pfählen wurde der Waldboden geschont und unter dem Gebäude können sich Tiere ansiedeln.

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Die abschließende gemütliche Mittagseinkehr in der Gaststätte Dampfschiff direkt neben der Amper gelegen. rundete den Ausflug ab.

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Die "Geschichten" sind auf der Speisekarte des Lokals abgedruckt.

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