Leichtathletik-Europameisterschaften der Senioren 2019 in Venedig

Wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen ... vor allem dann, wenn er zur EM fährt. Hier konkret: European Masters of Athletic Championships, kurz EMACS 2019, in Venedig. Um die Katze gleich aus dem Sack zu lassen: Entgegen z.B. den Deutschen Meisterschaften muss man sich hier nicht qualifizieren. Wer also die Anreise und den administrativen Aufwand nicht scheut hat sich somit ausreichend qualifiziert und so sollte für mich, nach den Bayerischen Meisterschaften, sowohl bei den Senioren M50 als auch bei den Männern, sowie den Deutschen Seniorenmeisterschaften M50 diese Euromeisterschaft im Hammerwurf der Senioren M45 der Höhepunkt dieser Saison sein.

LA EM Stadion

Bild: Modernisiertes Stadion in Caorle

Venedig hört sich ja ganz cool an, hat aber natürlich kein Stadion. Deshalb wurden die zig hundert Wettkämpfe über 10 Tage mit rund 5000 Athleten auf drei andere Touristenhochburgen an der Adria verteilt: Jesolo, Caorle und das weniger bekannte Eraclea.

Zurück zur Administration: Hat man sich Monate vorher mal erfolgreich durch die Anmeldeformalitäten samt Kauf eines Deutschlandtrikots gekämpft bekommt man ein paar Tage vor Beginn dann das 88 Seiten starke „Technical Manual“. In diesem steht - neben Hinweisen, wie nochmal das Startkommando bei den Sprints lautet - auch, dass man sich bereits
1 Tag! vor dem Wettkampf in Jesolo akkreditieren und im zweiten Schritt dann auch noch für seine Wettkämpfe nochmal registrieren muss (ja, ich bin nicht nur hier, sondern ich möchte auch tatsächlich noch so teilnehmen, wie ich mich vor Monaten angemeldet habe). Und: Wer sein eigenes Wurfgerät dabeihat, muss dies ebenfalls 1 Tag vorher zur Geräte-Abnahme in seinem Stadion, also in meinem Fall im 30 km entfernten Caorle abgeben. Spätestens jetzt plant der EM-Anfänger zum Ferienende seine Reise neu. LA EM Personen

Gewöhnungsbedürftig auch am Wettkampftag selbst: Man muss sich 40 min. vor Wettkampf im „Call Room“ einfinden, d. h. man muss sich entgegen seiner Gewohnheiten deutlich früher und am besten schon vollständig warm machen und dort warmhalten. Wenn alles gut geht wird man dann 30 min vor Wettkampf-beginn mit seinen Mitstreitern – in meinem Fall eine gesellige Gruppe von 17 Männern aus 12 Nationen – ins Stadion geführt. Dieses ist leider wie üblich sehr spärlich gefüllt. Meist mit den Athleten die gerade aktiv sind und sofern vorhanden ihren Betreuern.
Der Hammerwurf-Wettkampf selbst ist schnell erzählt: Die Rahmenbedingungen waren perfekt. Als ältester Teilnehmer aber bester Deutscher bin ich auf Platz 10 gelandet. Gewünscht hätte ich mir Platz 8 um im Endkampf noch weitere 3 Versuche zu bekommen. Aber ich war nicht besser als erwartet und die anderen waren einfach stärker.  Spätestens nach einem Spaziergang in der pittoresken Altstadt von Caorle und einer Pizza mit viel Rotwein war das aber wieder vergessen.

 

Bild: Ich (links) mit meinem deutschen Mitstreiter Dirk Fischer

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