Weibliche D-Jugend – MINI-WM für das Land Senegal (3.10.19)

Weibliche D-Jugend – Teilnahme an der BHV MINI-WM für das Land Senegal

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Spielerinnen: Helena B., Enie S., Maja V., Marie H., Jelena D., Anaïs K. (TW), Sara K., Marie M.

Unter dem Motto Mini-WM – Erinnerungen für’s Leben schaffen startete am 3.10.2019 der Bayerische Handball-Verband im Vorfeld zur Handball Frauen-WM 2019 seine Mini-WM für weibliche D-Jugend-Mannschaften aus ganz Bayern. Alle Mannschaften des aus 24 Teams bestehenden Turniers wurden vom Verband nach Anmeldung handverlesen, so dass nur die derzeit besten weiblichen D-Jugenden aus ganz Bayern eine Chance auf einen Platz hatten. Wie besonders dieses Turnier ist und wie wichtig der Bayerische Handball-Verband dieses Turnier sieht, zeigen z. B. die vielen redaktionellen Beiträge auf der Website des BHV. 
Bericht vom 2.10.19: https://www.bhv-online.de/news/2019/10/02/wir-suchen-den-mini-weltmeister/

Unsere Karlsfelder Einhorn-Truppe wurde als eine dieser 24 Mannschaften auserwählt und vertrat voller Stolz das Land Senegal. Profimäßig marschierte die Truppe, die senegalesische Flagge tragend, in die Neubiberger Halle der HSG B-one ein und stellte sich nebeneinander auf. Die Nationalhymne von Senegal wurde gespielt und die Mädels standen wie eine Nationalmannschaft in der Halle. Das war ein wirklich beeindruckender Moment.

Erster Gegner des Turniers war Rumänien (TSV Simbach). Unsere Einhörner dominierten die 1. Halbzeit. Mit einem 4:1 Vorsprung ging die Truppe in die 2. Halbzeit. Hier riss auf einmal der Faden und Rumänien bekam Zugriff zum Spiel. Am Ende trennten sich die beiden Mannschaften mit einem 7:7. Dass Senegal beinahe noch den Siegtreffer, sozusagen in der Nachspielzeit (Freiwurf nach Schlusspfiff), erzielte, zeigt das große Kämpferherz der Mannschaft.

Im zweiten Spiel als Senegal trafen unsere Einhörner auf Ungarn (HSG B-one). Noch emotional hadernd, ob des Punktverlustes aus der 1. Partie, taten sich unsere Mädels in Halbzeit eins echt schwer und Ungarn spielte uns eiskalt aus. Mit 0:6 ging man in die Halbzeit. Umso beeindruckender war die Reaktion unserer Mannschaft in der 2. Halbzeit. Hier zeigten unsere senegalesischen Einhörner ihr löwenmäßiges Kämpferherz und gewannen diese Halbzeit mit 5:2. Leider reichte es nicht ganz aus, um die 1. Halbzeit ungeschehen zu machen, und wir verloren das Spiel mit 5:8.

Mit absoluter Rumpftruppe, nur einer Möglichkeit zu wechseln und bereits 2 sehr anstrengenden Spielen in den Knochen, traf man kurz vor der Mittagspause noch auf Montenegro (TSV Haar), den späteren Gruppensieger. Die Mädels des TSV Haar waren mit 15 Spielerinnen angetreten und konnten so aus dem Vollen schöpfen. Unsere Mädels schon sehr erschöpft und emotional sehr angespannt, hatten in diesem Spiel nach vorne nur sehr wenige Chancen. Aber in der Abwehr und im Tor zeigten sie wiederum eine bärenstarke Leistung. Sie ließen gegen Montenegro (TSV Haar), wie gesagt dem späteren Gruppensieger, mit nur 6 Gegentoren, die wenigsten Tore all ihrer 5 Spiele an diesem Tag zu. Respekt!

 

Mittags lud die Handballabteilung die Mädels zum Essen ein, und die Einhörner konnten ein bisschen Kraft für den noch anstehenden ebenso anstrengenden Nachmittag sammeln. Wollte man noch sicher in die nächste Runde kommen, mussten in den folgenden 2 Spielen wenn möglich 2 Siege her.

Im vierten Spiel des Tages trafen wir als Senegal auf die Mannschaft aus Kasachstan (SV Pullach). Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. Zum eigentlichen Halbzeitpfiff stand es 5:3 für Kasachstan, allerdings galt es noch für Senegal einen Freiwurf aus gefühlt 16 Metern auszuführen und auf 5:4 zur Halbzeit zu verkürzen. Der Torwart und die komplette Abwehr Kasachstans stellte sich diesem Freiwurf entgegen, doch es half nichts. Mit einem leichten Bogen flog der Ball schnurstracks über alle abwehrenden Hände hinweg unhaltbar genau in den rechten oberen Winkel des kasachischen Tores. Unter tosendem Beifall gingen unsere senegalesischen Einhörner in die Halbzeit. Dank diesem psychologisch so wichtigem Erlebnis konnten die Mädels die 2. Halbzeit knapp für sich entscheiden und sicherten sich mit einem 9:9 ein erneutes Unentschieden und somit einen wichtigen Punkt.

Allerdings war man jetzt vor der letzten Partie für ein eventuelles Weiterkommen in die nächste Runde der Mini-WM auf gegnerische Schützenhilfe angewiesen. Im vorletzten Spiel des Tages spielte Ungarn gegen Rumänien und Ungarn musste gewinnen, damit unsere Mädels noch eine Chance auf den Einzug in die Hauptrunde der Mini-WM hätten. Und … Ungarn gewann mit 2 Toren Vorsprung.

Eigentlich schon völlig erschöpft wollten die Mädels nochmal alles geben und im letzten Spiel gegen Spanien (HT München) das eigentlich schon unmöglich geglaubte doch noch schaffen. Dazu mussten Sie die Partie aber mit 6 Toren Vorsprung gewinnen. Wiederum hatte der Gegner deutlich mehr Spielerinnen zum Auswechseln zur Verfügung, davon ließen sich unsere Mädels aber nicht beirren. Sie spielten einen wunderschönen Angriffshandball und zeigten nochmal allen Zuschauern, Fans und Eltern, was Sie eigentlich so alles auf dem Kasten haben. Nach der 1. Halbzeit führten wir mit 7:2. Nur ein Tor trennte sie jetzt noch vom Einzug in die Hauptrunde. Aber die schwindenden Kräfte machten sich dann doch sehr deutlich bemerkbar. Es war ein langer Tag, es waren viele Spiele und es galt auch abseits der Spiele einige kräftezehrende Momente zu überstehen. Während Spanien auch in Halbzeit zwei munter durchwechseln konnte, mussten unsere Mädels jede einzelne Kraftreserve aufbringen, um hier weiter dagegenzuhalten. Und es war denkbar knapp. Die Mädels gewannen dieses Spiel mit 10:7 und es war hochverdient. Als mit Abstand jüngste Truppe dieses Gruppen-Spieltages und ebenfalls mit Abstand den wenigsten Spielerinnen im Aufgebot, haben sie wirklich beeindruckend Großes verrichtet. Und darauf und den erzielten 4. Platz können sie wirklich stolz sein. Dass es am Ende wegen 3 Toren zu Platz 3 nicht zum Weiterkommen gereicht hat, ist nur eine kleine Randnotiz.

Dass der Kader an diesem Tag so knapp besetzt war, nehme ich als Trainer jetzt mal auf meine Kappe. Anscheinend wurde die Größe und Bedeutung dieses Turnieres, gerade unter dem vom BHV ausgegebenen Motto Mini-WM – Erinnerungen für’s Leben schaffen“ nicht ausreichend an die Eltern weiter transportiert. Dass hier ehemalige und aktuelle deutsche Nationalspielerinnen Werbung für dieses Event, das ja noch bis Dezember geht, machen, zeigt wie einzigartig und besonders dieses Turnier beim Bayerischen Handball-Verband und für den gesamten Handball in Bayern ist. Und für die Mädels, die dabei waren, bleibt es hoffentlich in langer Erinnerung.       
  
Vom Bayerischen Handball-Verband und natürlich von uns Trainern großes Lob an alle Spielerinnen, die an diesem Turniertag wirklich einen anstrengenden, leidenschaftlichen Kraftakt geleistet haben. Auch an alle mitgefahrenen Eltern und Fans ein großes Dankeschön für Euren Einsatz. Ohne so viel Engagement könnten wir Trainer das alleine gar nicht stemmen.

Liebe Eltern, unser Bestreben als Trainer, neben dem normalen Handballtraining und Ligabetrieb, ist es, den Mädels solche tollen Momente zu ermöglichen. Dabei sein zu dürfen und hautnah erleben zu können, wie sie durch solche Erlebnisse als Menschen, Handballerinnen, Team und Gemeinschaft wachsen, das sehen wir als ein sehr wertvolles Geschenk an. 
Vielen Dank dafür und für Euer großes Vertrauen. 

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Bericht: Norbert Baaser

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