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60-jährige Mitgliedschaft beim TSV

Thomas Leichsenring von den Dachauer Nachrichten hat sich mit zwei langjährigen Mitgliedern unseres Vereins zusammengesetzt und über die Anfänge des TSV gesprochen. Viele Erinnerungen haben Anton Erdenreich und Georg Karrer noch von ihrer Zeit beim TSV seit 1956.

Dachauer Nachrichten, 01.12.2016, VON THOMAS LEICHSENRING

"Woaßt no, Schorsch?"

Vor sechs Jahrzehnten traten zwei junge Burschen dem TSV Eintracht Karlsfeld bei. Bis zum heutigen Tag halten sie ihrem Verein die Treue. Anton Erdenreich und Georg Karrer erinnern sich an die Anfänge, an Spiele auf der "Schwarzen Erde" und an besungene Niederlagen.

ErdenreichKarrerBild

Karlsfeld - Deutschland im Wirtschaftswundertaumel. Adenauer ist Kanzler, ein gewisser Elvis Presley sorgt mit seinem Hüftschwung für einen veritablen Skandal, Günther Jauch und Frank-Walter Steinmeier erblicken das Licht der Welt. Und beim TSV Eintracht Karlsfeld wird gesportelt. Die Auswahl an Sportarten ist im Jahre 1956 allerding nicht besonders groß. Man kann Fußball spielen. Oder Fußball.

Anton Erdenreich ist 20 Jahre jung. Aus Wolnzach kommt er, arbeitet aber in München. Damals wie heute gilt: Im Verein lernst Du Leute kennen. Erdenreich tritt bei. Und er kann kicken, ist als Außenläufer bald eine wichtige Kraft in der Karlsfelder Elf und wird später sogar Kapitän.

Georg Karrer würde auch liebend gern kicken. Aber der 19-Jährige hat Knieprobleme. Dem Verein schließt er sich trotzdem a, ist so etwas wie Fan der ersten Stunde. Jetzt, 60 Jahre später, sitzen die beiden Karlsfelder Sportheim, der Toni (80) und der Schorsch (79). Sie erinnern sich, und meistens fangen die Sätze an mit: "Woaßt no?"

Manche Erinnerung mag im Laufe der Jahre verblasst sein, vieles aber wissen die beiden noch ganz genau. Die "Schwarze Erde" war so etwas wie die erste Heimat der Karlsfelder Fußballer. Der Platz lag draußen hinter den Häusern und musste weichen, als die Bajuwarenstraße gebaut wurde. Gemäht wurde mit der Sense, der Lederball wurde gern mal doppelt so schwer, wenn es regnete.

Überhaupt, Bälle. "Jeder Spieler hat damals Rasierklingen gekriegt, die musste er verkaufen" erinnert sich Anton Erdenreich. Der genaue Ablauf der Transaktion ist nicht mehr überliefert. Nur so viel: Waren die Rasierklingen verkauft, rückte der Auftraggeber Fußbälle raus.

Auf die Frage, was denn der sportliche Höhepunkt in der fußballerischen Laufbahn gewesen sei, muss Erdenreich nicht lange überlegen: "Der erste Aufstieg!" Von der C- in die B-Klasse ging es damals hoch. 1965 war das. Titel und Aufstieg werden mit Blasmusik im eigens aufgestellten Bierzelt gefeiert.

Sieg oder Niederlage, das war nach Erdenreichs Worten aber kaum von Belang: "Ob ma gwunna oder verlor'n hom, es war immer Oana do, der a Musi g'macht hod. Und mia ham gsunga!"

Vom mehr oder weniger hörenswerten Gesang beschallt wurde erst der Alte Wirt, später dann der Neuwirt. Ein Sportheim gab es damals noch nicht.

Bis in die 80er Jahre hinein spielte Erdenreich für die Karlsfelder Eintracht. Ausgerechnet im Abschiedsspiel fing er sich einen Kreuzbandriss ein, es war schon der dritte.

Mitglied ist er immer noch, wenngleich er am Vereinsleben nur noch unregelmäßig teilnimmt. Wie die Eintracht Kicker des Jahres 2016 gespielt haben, das will Anton Erdenreich aber schon noch wissen.

Georg Karrers persönliche Eintracht Geschichte verlief genau anders herum. Aus dem passiven Fußballfreund, der sonntags mit den Kinderwagen zu den Spielen schob, ist längst ein aktiver Sportler geworden. Karrer fing mit Tischtennis an, als er schon 40 war. Sein Sohn riet dem Papa dazu. Ein paar Jahre später kam noch Tennis dazu, und diesen Sport übt Karrer immer noch aus. Bei den Herren 70 spielt er in der Bezirksliga.

Punktspiele, regelmäßiges Training, das hält den 79-Jährigen jung. "Des is a Traum. Und hernach a Hoibe Bier, des is schee!"

Es sind Mitglieder, wie Anton Erdenreich und Georg Karrer, die einen Verein lebendig halten. Bei der Eintracht sorgt man deshalb dafür, dass diese Mitglieder nicht in Vergessenheit geraten. Vor wenigen Tagen wurden Erdenreich und Karrer beim Ehrungsabend des Vereins für 60 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet.

 

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